EinTriumvirat des Lernens und Lehrens: Bildung – Spiel – Schule

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Back to Future (again)

Auf dem Weg zu einem neuen Bildungsbegriff

(Digitale) Medienerziehung als „Bildung von Kopf, Herz und Hand“ zur „Entfaltung aller menschlichen Kräfte“  im Rahmen des spielerischen Lernprojektes TeamUp in der Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen

Landauer Sieglinde

Bildung bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein „Menschsein“. Sie lässt sich umschreiben als das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt. Dieses Verhältnis wird in einem lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Individuums fortgeschrieben. Es entwickelt im Rahmen seiner Bildung die geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und erweitert seine ureigenen personalen und sozialen Kompetenzen. „Bildung“ ist ein Grundbegriff der Erziehungs- und Bildungswissenschaft (vgl. Ehrenspeck, Yvonne: Bildung. In: Krüger, H.-H./ Grunert, C. (Hrsg.): Wörterbuch Erziehungswissenschaft. Weinheim Basel 2004, S. 64ff). Auch im Zusammenhang mit zeitgemäßen schulischen Lernwelten muss der hier beschriebene Bildungsbegriff immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Er sollte, besonders auch im Hinblick auf zeitgemäße spielerische Medienlernwelten und in Bezug auf die Bildung zukünftiger Generationen, vielschichtig diskutiert werden.

Diese Überlegungen liegen meinen Spielprojekten (z.B. TeamUp in der Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen) zugrunde.

Der deutsche Erziehungswissenschaftler Wolfgang Klafki geht in seinem Werk „Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik“ unter anderem sehr detailliert auf die Erziehung junger Menschen zur Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit ein und präsentiert in diesem Buch eine Reihe bekannter Wissenschaftler, Pädagogen und Philosophen, die über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten, sogar Jahrtausenden „die Bildung als offenen Vermittlungsprozess des Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung (vgl. Humboldt, W.: Anthropologie und Bildungslehre. Hrsg. Von A. Flitner. Düsseldorf/ München 1956, S. 29), sahen. Der Bildungsbegriff beinhaltet die Entfaltung aller menschlichen Kräfte (Humboldt), eine umfassende Menschenbildung bzw. eine Bildung von „Kopf, Herz und Hand“ (Pestalozzi) zur „Vielseitigkeit des Interesses“ (Herbart) und trägt eine moralische, erkennende und ästhetische Dimension in sich. Derartige Qualitäten und Forderungen können, meiner Meinung nach, vor allem in schulischen Szenarien des Game Based Learning verwirklicht werden und somit waren diese Gedanken das Fundament eines spielerischen, sozialen Lernprojektes mit dem Namen „TeamUp“, das im Schuljahr 2013/14 mit einer Gruppe Zehn- bis Elfjähriger begonnen wurde, um in diesem Schuljahr (2014/15) fortgesetzt bzw. beendet und final beforscht zu werden. Ausgegangen wurde von der Idee, dass junge Menschen mit großer Reflektiertheit und Selbstbestimmung im Klassenteam fähig wären, solidaritäts- und demokratiefähig ihren schulischen Alltag in Bezug auf die Organisation desselben (=Klassenordnung) zu organisieren bzw. dass sie das in einem Spielprojekt lernen könnten. Die Projektstunden fanden sowohl in analogen, als auch digitalen Spielwelten statt und zogen sich über mehrere Wochen hin. Da das Projekt (die Vergleichsstudie) im Schuljahr 2014/15 fort- bzw. zu Ende geführt wird, sind finale Forschungsergebnisse noch ausständig.

TALK and WALK 01

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