Der zweite Spielblock

Die Grundidee von Spielblock II – Teamspiel

Wichtig sind soziale Regeln und Normen und ein respektvoller Umgang miteinander. Aber nur bis zu einem bestimmten Punkt: Wenn jemand mehr Ärger verursacht als er wert ist, sollte er aus der Gemeinschaft verbannt werden. Die Herausbildung einer solchen Gemeinschaft ist ein kontinuierlicher Prozess – aber wir gehen vom Guten im Menschen aus.

 Jimmy Wales, über Wikipedia, welt-de, 26. Juni 2006

 

Teams können nur dann Synergieeffekte erzielen, wenn sie zu Selbstkritik fähig sind.

 Dieter Frey, Sozialpsychologie an der LMU München, SZ vom 21. Juni 2008, Artikel „Die Macht des Kollektivs“

 

Die Grundidee des zweiten Spielblocks mit dem Titel „Gemeinsam sind wir stark“

 VOM EGO ZUM NOS 

 im Sinne von VIRIBUS UNITIS

Johan Huizinga, ein niederländischer Kulturhistoriker, prägte den Begriff des homo ludens (lat. Der spielende Mensch). Er ist ein Erklärungsmodell des lebenden Menschen, wonach dieser seine Fähigkeiten im Besonderen über das Spiel entwickelt (siehe auch homo oeconomicus). Er entdeckt im Spiel seine individuellen Eigenschaften und entwickelt sich dadurch anhand der dabei gemachten Erfahrungen zu dem, was er ist. Spielen ist dabei der Handlungsfreiheit gleichgesetzt und setzt eigenes Denken voraus (Huizinga, Wikipedia). Wenn George H. Mead (US-amerikanischer Philosoph und Psychologe, Vertreter des amerikanischen Pragmatismus) sagte, dass die eigene Identitätsfindung eines Menschen voraussetzt, dass er eine Fremdperspektive einnehmen und verinnerlichen kann, dann erscheint es mir als durchaus interessant seine Überlegungen zur Entwicklung von Rollenübernahme in dieses Projekt mit einzubinden (Mead, Wikipedia). Laut Mead entsteht die Identität durch drei Medien: durch Sprache, Spiel und Wettkampf. Rollenspiel und Wettspiel sind die einfachsten Formen der Identitätsbildung. Die Kinder versetzen sich in verschiedene Rollen und lernen so unterschiedliche Reaktionsmuster kennen. Beim Wettspiel muss man z.B. die Rolle aller anderen Mitspieler übernehmen können. So wird in einem Ballspiel die eigene Handlung von der antizipierten Handlung der Anderen bestimmt. Jeder Spieler ist gleichzeitig auch jeder andere Spieler und so sind alle durch ein gemeinsames Ziel verbunden. Durch den „generalisierten Anderen“ übt die Gemeinschaft Kontrolle über das Verhalten des Individuums aus und formt auf diese Weise dessen Identität.

Der Mensch hat also eine Persönlichkeit, weil er einer Gemeinschaft angehört.

 So sollte der zweite Spielblock im schulischen Projekt „Soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung in realen und virtuellen Spiel- und Rollenspielwelten“ den Kindern vor Augen führen, dass es auch im Spiel, wie im wirklichen Leben darum geht, zusammen zu arbeiten, zu spielen und zu leben, da man nur über ein funktionierendes soziales Miteinander gemeinsame Ziele und Ideen verwirklichen kann.

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