Die Spiegelfunktion von Mutter und Familie in der kindlichen Entwicklung

Für das Kind ist das Gesicht der Mutter der Vorläufer des Spiegels. Jaques Lacan erforschte die Bedeutung des Spiegels für die Ich-Entwicklung. In frühen Phasen der emotionalen Kindheitsentwicklung wird die Umwelt vom Kind noch nicht als von ihm getrennt erlebt. Erst allmählich findet die Abtrennung des „Nicht-ich“ vom Ich statt. Die Umwelt bietet dem Kind Geborgenheit, Zuwendung und Objektangebot. Erfährt das Kind Geborgenheit und Zuwendung, wird es lernen Objekte zu verwenden und diese als selbst geschaffen zu erleben. Es wird emotional und psychisch reifen. Das Kind erblickt im Gesicht der Mutter sich selbst. Wenn dieser Prozess nicht stattfindet, wird seine Kreativität verkümmern. Irgendwann bildet sich beim Kind eine bestimmte Vorstellung davon, was es im Gesicht der Mutter erblickt, bzw. erblicken möchte. Dann ist das mütterliche Gesicht kein Spiegel mehr. Bleibt das Antlitz der Mutter ohne Antwort, so wird das Kind zwar lernen, dass man Spiegel anschauen kann, es wird aber nicht begreifen, dass man in Spiegel hineinschauen kann.

 

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