Objektverwendung und Identifizierung

Winnicott beschreibt Übertragungsvorgänge als Übergang von Selbstbezogenheit und Bezogensein auf das subjektive Objekt hin zum Bereich der Objektverwendung. Diese Übertragung kann sich unter anderem im Rahmen einer Therapie entwickeln. Der Therapeut muss vom Patienten außerhalb subjektiver Phänomene wahrgenommen werden. Dieser muss vom Behandelnden „Gebrauch machen“. Zentral ist die Fähigkeit zur Objektverwendung, bzw. die Unfähigkeit Objekte zu verwenden. Winnicott unterscheidet Objektbeziehungen und Objektverwendung. Im Bereich der Objektbeziehung lässt das Subjekt Veränderungen im Selbst zu. Winnicott spricht von einer Besetzung, im Rahmen derer das Objekt Bedeutung erlangt hat. Es kommt zu Projektionsmechanismen und Identifikation, das Subjekt findet einen Teil seines Selbst im Objekt wieder. Die Objektverwendung setzt eine Objektbeziehung voraus (ist also eine höhere Entwicklungsstufe). Sie ist ein Übergang zur Realität und muss entwickelt werden. Dieser Reifungsprozess braucht förderliche Umweltfaktoren, denn er ist extrem schwierig und störungsanfällig. Das Subjekt muss lernen, das Objekt außerhalb seiner omnipotenten Kontrolle anzusiedeln und dieses als äußeres Phänomen zu sehen. Das Objekt muss anerkannt werden als Wesen mit eigenem Recht. Das Subjekt steht in Beziehung zum Objekt und „zerstört“ dieses. Das Objekt überlebt die Zerstörung durch das Subjekt, womit seine Entbehrlichkeit manifestiert wird. Das Subjekt kann jetzt das Objekt, das überlebt hat, verwenden.