2a.) Der Blog lebt

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„Der Blog lebt“

 „Ein Weblog ist etwas Lebendiges“, meinte ein Unentwegter (Helmut K. –  Mitstudierender in MSP09 an der DUK). Womit er Recht behalten sollte.

Ich glaube, dass er ausdrücken wollte, dass man im Laufe der Zeit an den „vergangenen“ und „zukünftigen“ Postings im medienbiografischen Weblog arbeiten kann und soll. Somit würde die Auseinandersetzung mit der eigenen medialen Vergangenheit nie zur Ruhe kommen und man könnte sein „Schwelgen in Erinnerungen“, sozusagen (fast) bis in alle Ewigkeit ausdehnen.

Für mich hat sich inzwischen aber eine neue Qualität der Lebendigkeit meines Blogs ergeben, wobei ich in dieser Form nicht damit gerechnet hatte.

Mein Blog „lebt“ tatsächlich, aber nicht nur durch mich, indem ich ihn ergänze und ausbaue, sondern vor allem dadurch, dass andere Menschen sich in Form von Kommentaren eingebracht haben und (hoffentlich) noch einbringen werden. Diese Form des Lebendigen übersteigt bei Weitem das, was ich selbst an neuen Gedanken und Ideen zuwege bringen könnte, denn wie schon Henry Jenkins zur „Convergence Culture“ feststellte, sollte der Weg  in Richtung einer aktiven, partizipativen Auseinandersetzung mit Medien gehen. Eine Öffnung im Sinne einer möglichst großen Vielfalt der Herangehensweisen bietet allen Mediennutzern die Möglichkeit schöpferisch und selbsttätig mit neuen Medien umzugehen, um eigenständig und kreativ in einem gemeinsamen Prozess anhand der Nutzung unterschiedlichster Medien, ein neues, wertvolles „Produkt“ zu schaffen. Auf diese Weise entsteht eine globale Medienkultur, die ihren Usern ermöglicht, sich selbst und anderen zu nützen, im Rahmen der Erschaffung einer neuen, kollektiven Medienintelligenz, denn …

 „None of us can know everything; each of us knows something; and we can put the pieces together if we pool our resources and combine our skills. Collective intelligence can be seen as an alternative source of media power. We are learning how to use that power through our day-to-day interactions within convergence culture.”

 (Jenkins, Henry (2006): Convergence Culture. Where old and new media collide. New York University Press, New York and London, S. 4).

Somit möchte ich an dieser Stelle den Medienbegleitern aus meiner Vergangenheit danken, dass sie sich mit mir gemeinsam zurückerinnern und die Gedanken und Gefühle unserer (gemeinsamen) Kindheit und Jugend aufleben lassen. Egal ob sie gut oder schlecht, traurig oder lustig, belastend oder aufbauend sind, sie sind ein Teil von uns und werden es immer bleiben, solange wir uns erinnern können. Genauso positiv und interessant ist es zu lesen, wie jüngere Mediennutzer mit dem umgehen, was ich aus meiner „Erinnerungskiste gekramt“ habe. Erscheint ihnen auch manches fremd, veraltet, kitschig und ungewöhnlich, ist es doch so, dass erst der Vergleich (die vergleichende Schilderung) die Schnelllebigkeit der modernen Medienwelt nachvollziehbar macht.

So „hauchen“ wir gemeinsam Sielas medienbiografischem Blog Leben ein, denn …

„Für das Lebendige ist kein Ersatz.“ (Novalis, Briefe)

 

 

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