Musikfreak

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Musik ist die Stenographie des Gefühls.

(Leo Tolstoi, Rede, 12. Juni 1905)

Ein Tonband (Magnettonband) ist ein Stahl-, Papier- oder Kunststoffband, das mit magnetischen Stoffen beschichtet ist. Es dient als magnetisches Speichermedium für analoge oder digitale Audiosignale (Sprache, Musik, Geräusche).

Es war für mich und meine Freunde in den späten 1960er Jahren eine riesige Herausforderung jene Musikstücke zu „konservieren“, die kurzlebig aus dem Radio tönten oder bei Life Events schnell verhallend über die Bühne flimmerten. Wie sollte man diese Gefühle und diesen Genuss festhalten, um sie zu Hause immer wieder neu aufleben zu lassen? Plattenspieler hatten  wir keinen, und das Taschengeld reichte nicht aus, um sich teure Schallplatten zu kaufen. Die letzte Rettung war hier das nagelneue Tonbandgerät des Vaters, das er von seiner Frau zum Geburtstag bekommen hatte. Eine „Heidenarbeit“ alles (Tonbandgerät und Radio) zuvor zu verkabeln, um dann die Gelegenheit abzuwarten, bis der ersehnte Hit (im Radio) gespielt wurde. Dann hieß es schnell sein – auf Aufnahme schalten und … oh-je, nicht schnell genug … schon wieder „brabbelte“ der Sprecher dazwischen. Damit war der perfekte Musikgenuss eigentlich dahin. Das gesamte Procedere musste von vorne begonnen werden.

Da war die Erfindung des Kassettenrekorders eine echte Erleichterung. In den 1970er Jahren erlöste mich die kleine Variante des Tonbandgerätes samt dazugehöriger Audio-Kassetten vom großen und schweren „Aufnahmetool“. Ich musste den Beatles und Elvis Presley nicht mehr nur mit Hilfe der  unhandlichen Gerätschaften hinterher jagen. Ich konnte nun mit selbst produzierten Musikkassetten der jeweiligen Interpreten und meinem Philips-Kassettenrekorder aus dem Jahre 1968 mit der typischen Einknopfbedienung, Musik genießen.