„Ich habe fertig.“

ICH HABE FERTIG

Diesen legendären Ausspruch habe ich mir vom italienischen Fußballtrainer Giovanni Trapattoni „ausgeliehen“, der am 10. März 1998, zwei Tage nach einer 0:1 Niederlage der Bayern gegen den FC Schalke 04, in einer Pressekonferenz das Spiel sehr emotional kommentierte. Die in der hitzigen, dreieinhalb Minuten dauernden Rede entstandenen Satzkonstrukte („Was erlauben Strunz …“, „… ware’ schwach wie eine Flasche leer“ und „Ich habe fertig.“) fanden Eingang in den deutschen Sprachgebrauch. Ein herausragendes Beispiel dafür, wie „immer währende, medial vermittelte, vom Phänomen der Zeit unantastbare mediale Eindrücke“ geschaffen werden.

Doch halt – nicht vergessen: „DER BLOG LEBT.“

Somit kann ich eigentlich gar nicht „fertig haben“ und resümieren.

Ich glaube aber doch, dass man an Hand dieser fast „Lebens umspannenden Darstellung meines Medienverhaltens“ nachvollziehen kann, wie ich Zeit meines Lebens mediensozialisiert wurde und werde. Ich hoffe mein Ziel, einigermaßen eindrucksvoll zu vermitteln, welche Medienerfahrungen ich gemacht habe und wie mich diese geprägt haben, konnte verwirklicht werden. Vielleicht lassen sich aus den neunzehn Postings auch einige Rückschlüsse auf meine Person (und Persönlichkeit) ziehen. Ich habe mich sozusagen an Hand der Darstellung meines Medienverhaltens vorgestellt.

Heranwachsende (und meiner Meinung nach, auch Erwachsene) setzen sich in ihrem Bildungsprozess immer in ein Verhältnis zu sich selbst, zur Welt und zu anderen. Dabei sind die Relationen eng miteinander verzahnt. Erzeugung der eigenen Welt kann nicht solipsistisch verstanden werden. Hier ist die Funktion der Medien unverzichtbar. Denn Welt, Mitmenschen und das eigene Ich sind dem Subjekt nicht unmittelbar zugänglich, sondern bedürfen dazu der Vermittlung:

„Ohne Medium kann das Subjekt keine Relationen aufbauen, weder zur Welt, noch zu anderen Subjekten, noch zu sich selbst. Was wir sind, ist immer stärker auch von Elementen aus der Medienwelt bestimmt, die wir für uns übernehmen“ .

(vgl. Moser, Heinz (2000): Einführung in die Medienpädagogik. Aufwachsen im Medienzeitalter. 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage).

Unsere Welt ist auch Medienwelt und umgekehrt.

 Wie kann es weitergehen?

   

Ich weiß nicht genau, wie es (mit mir) in Bezug auf meine persönliche Mediennutzung weitergehen wird und was die Medienwelt noch alles für mich und andere in Vorbereitung hat.  Eines aber weiß ich genau …

Ich möchte die mich umgebenden (medialen) Botschaften  auf alle Fälle hören und sehen und möchte die meinigen frei aussprechen und artikulieren, denn …

 Der vernunftbegabte Mensch (homo sapiens) hat die Fähigkeit Dinge zu erschaffen (homo faber), und welche Dinge sollten ihm mehr dabei nützen (homo oeconomicus), als jene der spielerischen und kreativen Auseinandersetzung mit sich selbst und der (Medien) Welt (homo ludens)?

Liebe Grüße, Siela

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Das ist mein Computer, was ich (er) will, das tut er …

Das Rechnen ist mir nie so wirklich leicht gefallen …

 

 

 

 

 

 

       Aber irgendwann musste ich mich auch dieser Herausforderung stellen …

 

 

 

 

 

 

So hat es dann begonnen … (mit dem Fingerabakus)

Meine erste Rechenmaschine (der Abakus) begeisterte mich eher durch die Form und Buntheit der Kugeln, als durch die Möglichkeit mit ihr rechnen zu lernen.

    

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten …

  

 

 

 

 

Mein Aristo-Rechenschieber brachte mich während meiner Mathematikmatura ins Schwitzen und meine Professoren zur Verzweiflung, war ich doch nicht annähernd in der Lage das Ding mit den vielen „Zahlen und Skalen“ zu durchschauen, geschweige denn damit zu rechnen…

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Bald wurde die Sache interessanter.  Mechanische Rechenmaschinen bewahrten mich irgendwann davor, selber addieren, subtrahieren … usw. zu müssen.

   

Als dieses Ding (der Taschenrechner) auf den Markt kam, hatte ich mir in meinem Erwachsenenleben längst eine „Insel“ geschaffen, auf der ich weitgehend „rechenfrei“ durch das Leben kam …

 

 

 

Gott sei Dank, nie mehr einen Rechner zur Hand nehmen, nie mehr im Leben rechnen müssen, oder …?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch irgendwann war es soweit. Es wurde jene (Rechen)Maschine erfunden (produziert und verkauft), die alles vorher Dagewesene in den Schatten stellen sollte.

Das ist mein Computer, was ich will das tut er.

Manchmal tut er mehr, rechnen fällt ihm gar nicht schwer.

Was ich nicht will , das macht nun er,

er ist mein „Diener“, ich sein „Herr“.

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum mein Computer so wichtig für mich ist, ist er doch „nur“ ein Apparat, der Daten mithilfe einer programmierbaren Rechenvorschrift verarbeiten kann.  Ich glaube ich weiß, warum mein PC, unabhängig von anderen Lebensumständen, die mich begleiten, so zentral für mich geworden ist. Es geht hier längst nicht mehr um ein „banales“ Subtrahieren, Addieren, Multiplizieren und Wurzel ziehen. Mein Computer gibt mir die Chance meine Ideen und „Visionen“ umzusetzten, zu realisieren und greifbar zu machen, indem er das „berechnet“ und nachvollziehbar macht, was ich an kreativem Potential in meinem Kopf habe. Er ist Medium, ist Informationsträger und Überträger, ist Kommunikationsmittel, ist Zeichner, Leser, Darsteller und geduldiger Mitstreiter in der Verwirklichung meines „Schöpfungsgeistes“.

Doch nun ein paar Schritte zurück in die Vergangenheit …

Die Idee mit dem „Computer als Diener“ (in meinem Gedicht) kommt nicht von ungefähr. 

Der englische Begriff computer, abgeleitet vom Verb (to) compute (Lateinisch: computare = zusammenrechnen), bezeichnete ursprünglich Menschen, die zumeist langwierige Berechnungen vornahmen, zum Beispiel für Astronomen im Mittelalter. Also mein Job wäre das nicht gewesen.

Es wäre allerdings eine vollkommen verfälschte Darstellung der Tatsachen, wenn ich an dieser Stelle nicht zugeben würde, dass mich mein „geliebter Computer“ nicht auch des Öfteren zur Verzweiflung bringt (und das nicht nur dann, wenn ich ihn „zufällig“ im Zug von Krems an der Donau nach Salzburg „verschlampe“ – doch das ist eine andere Geschichte). Technisch stellt er mich immer wieder vor unlösbare Probleme, die ich in die Hände Anderer (Versierter) legen muss. Gott sei Dank ist „Ritter Isan“ , mein treuer Begleiter im Online-Rollenspiel Runes of Magic (so mittelalterlich sein Name klingen mag) der ideale Netzwerkadministrator und IT-Fachmann für mich. Die Ironie des Ausspruches „Das ist mein Computer, was ER will, das tut er …“, bewahrheitet sich immer wieder.

Nun aber schnell zurück an meinen Computer, denn mein medienbiografischer Weblog wartet darauf endlich, endgültig fertig gestellt zu werden.

Liebe Grüße, Siela

 

Tageszeitungen – digitale Fotos und Filme – Fernsehprogramme rund um die Uhr

   

Eine Tageszeitung ist ein mehrmals in der Woche (meist täglich) erscheinendes Printmedium, das eine umfassende Berichterstattung bietet und sich an ein allgemeines Publikum richtet.

Der Morgen beginnt bei uns (wie bei vielen anderen Menschen) nicht nur mit dem Frühstück, sondern auch mit der Tageszeitung. Leider haben wir nur EIN fix abonniertes Printmedium im Haus, und so heißt es hier „schnell sein“. Meistens gewinnt mein Mann dieses „Wettrennen“ und ich kann mir erst am Abend die inzwischen „alten Neuigkeiten“ zu Gemüte führen.

 

Eine Digitalkamera ist eine Kamera, die als Aufnahmemedium anstatt eines Films einen elektronischen Bildwandler (Bildsensor) und ein digitales Speichermedium enthält. Sie basiert auf der Videotechnik.

Ausnahmsweise eine englische Definition zum digitalen Camcorder (=CAMera reCORDER):

A camcorder is a lightweight, handheld video camera, especially one that records data in digital form onto a storage device such as a videotape, DVD, or hard disk.

Als „alt gediente“ Hobbyfotografin nutze ich alle digitalen Aufnahmemedien, die die moderne Technik zur Verfügung stellt. Meine Digitalkamera, mein digitaler Camcorder, meine Video-Capture-Software auf dem Computer, meine Webcam … sind immer präsente Begleiter und die filmische Datenmenge auf meinem Computer sprengt inzwischen fast dessen Speicherkapazitäten.

 

Ein Flachbildschirm (z.B. für TV) ist ein Monitor, der eine geringe Tiefe aufweist. Flachbildschirme lassen sich nach verschiedenen technischen Prinzipien herstellen.

Bei unserer TV-Anlage ist mein Mann der Chef. Das „Heimkino“ samt Fernbedienung und Flachbildschirm ist fest in seinen Händen und in seinem Besitz, und die restlichen Familienmitglieder versammeln sich um „kleinere und weniger imposante Geräte“. Kein Problem für mich, inzwischen sitze ich lieber vor dem Computer, als im Fernsehen Fußball und Boxen zu schauen.

So hat jedes Familienmitglied seinen „medialen Begleiter (sein Lieblingsmedium)“ gefunden. Unsere Söhne lieben iPod, mp3-player und Spielkonsole, mein Mann sein „Patschenkino“ und ich meinen Laptop (inzwischen habe ich zwei – das Netbook ist ganz neu).

Liebe Grüße,

 

Meine Schallplatten …

… verstauben heute im Kasten. Nur manchmal, z.B. wenn ich über meine mediale Vergangenheit philosophiere, hole ich sie heraus und schwelge in Erinnerungen. Der Plattenspieler ist uralt, vielleicht funktioniert er gar nicht mehr und längst haben ihn die Zeit und die „neuen Medien“ überholt. Vergessen der „Babysitter-Boogie“, „Marina“, „It’s now or never“ und „Ein Schiff wird kommen“. Im oberen Stockwerk der Wohnung tobt eine Gruppe Jugendlicher (Band) mit dem Namen „Diary of Glory“, und „New Urban und Pagan Metal“ schallen durch das Haus. Ob das schön ist, weiß ich nicht, aber „schön laut“ ist es auf alle Fälle (und irgendwie mag auch ich diese Musik).

Die Zeit der „New Media“ wirft ihre Schatten (voraus) und meine medialen Erinnerungen versinken in den Nebeln des Vergessens.

Doch alles hat seine (zeitliche) Berechtigung und Akzeptanz. Ich höre schon jetzt wie meine Söhne (in dreißig Jahren) stöhnen: „Das waren noch Zeiten als wir damals Musik machten. Das war noch guter, alter New Urban Metal. Was die heutige Jugend hört (und musiziert) ist schrecklich …“.

Lando drumming (mein Sohn Markus in Aktion)

http://www.youtube.com/watch?v=WHA-SpoN_S0

http://www.youtube.com/watch?v=A4gJOuceQqo

http://www.youtube.com/watch?v=CkFD1D9Cle8

Alles Liebe,

Mitten im Film durch räumliche Tiefe

Ein 3D-Film (dreidimensionaler Film, auch stereoskopischer Film oder Raumfilm) ist ein Film, der dem Zuschauer durch stereoskopische Verfahren ein bewegtes Bild mit dem Eindruck echter räumlicher Tiefe bietet. Die Aufnahme eines 3D-Films erfolgt mittels Stereokameras, die Wiedergabe als Raumbildprojektion.

Anfang 2010 sind unzählige Kinos in Deutschland (und auch in Österreich) in der Lage, 3D-Filme vorzuführen. Ein Highlight der Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, der speziell in 3D-Aufnahmetechnik mit gemischten Real- und Computergrafik-Effekten produziert wurde. Auch ich vergönne mir immer wieder diese „Kinoträume durch die rosarote 3D-Brille“.

Avatar ist mit weltweiten Gesamteinnahmen von derzeit 2,667 Milliarden US-Dollar der finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten. Er übertrifft damit den bisherigen Rekordhalter Titanic und ist somit auch der erste Film, der die 2-Milliarden-Dollar-Marke überspringen konnte.

Ich habe den Film zusammen mit meinem älteren Sohn gesehen, und er (der Film) hat mich letztendlich nicht so fasziniert, wie ich es mir erwartet hatte. Das „Feuerwerk“ an Spezialeffekten konnte mich nicht wirklich fesseln, obwohl der Film streckenweise (in diesem Bereich) alles vorher Dagewesene  bei Weitem überstieg. Trotzdem war ich am Ende des Kinoabends (nach drei Stunden im Kinostuhl) froh, dass ich wieder aufstehen durfte. Geweint habe ich nicht, wohl habe ich zwischendurch (während ruhigerer Szenen) ein kleines Nickerchen gemacht (mea culpa – ich schäme mich). Winnetou hat mich (damals) tiefer ins Herz getroffen, wobei die Nav’is auch mit Pfeil und Bogen unterwegs waren. 

 

Ö3 im Auto

 

Ein Autoradio ist ein Hörfunkempfänger, der für den Einbau in ein Kraftfahrzeug entwickelt wurde und damit besonders robust gegen Erschütterungen und Temperaturschwankungen sein muss. Neben dem Rundfunkempfang kann es meist auch bestimmte Tonträger abspielen und im Jahr 2009 wurde von „Blaupunkt“ das erste Internet-Autoradio vorgestellt.

Obwohl es seit 1920 Autoradios gibt, komme ich erst in den letzten Jahren mehr und mehr in den Genuss, dieses Medium als Begleiter meiner morgendlichen Fahrt zur Arbeit (als angenehme, nicht zu „denkintensive Berieselung“) zu nutzen. Vornehmlich sind es Robert Kratky und sein Weckerteam, die mir diese zwanzig Minuten „versüßen“, wobei ich nicht immer genau weiß, ob ich angesichts der „launigen Beiträge“ lieber lachen oder weinen soll. Im Folgenden habe ich einige der „herausragendsten Beispiele“ des typischen Ö3-Wecker-Humors gepostet.

Ein absolutes „Highlight“ zu Weihnachten 2009 die Geschichte über „Fionas Adventkranz “ frei nach dem Motto: „Weiß mit Möpsen drauf“.

Und hier noch etwas vollkommen Schräges:

http://www.youtube.com/watch?v=1Ga2I0dE8GY

Resümierend muss ich hierzu feststellen, dass ich mich in diesem Genre (als Radiohörerin) nicht unbedingt weiter (bzw. höher) entwickelt habe. Die kommerzielle Musik geht zwar (vordergründig) ins Ohr, der ewig gleiche „Beat“ aber irgendwann auf die Nerven. Das Radio ist im Gegensatz zu früher für mich nicht mehr „abendliche“ sondern „morgendliche“ Geräuschkulisse, die ich nur oberflächlich, konsumatorisch und sehr selten nutze, da inzwischen ganz andere Medien in den Mittelpunkt meines Interesses gerückt sind (dazu später mehr).

Ein Musikbeispiel:


Liebe Grüße

Von Mecki zu Håkon Nesser und Henning Mankell

Meine Lieblingsautoren haben sich verändert (die Einen haben die Anderen abgelöst) und alle sind in die Jahre gekommen, wobei sich der Lieblingsschriftsteller meiner Kindheitstage  sehr gut gehalten hat … Der Pfeife rauchende, kleinbürgerliche Igel, der als Identifikationsfigur und Sympathieträger den Zeitgeist der Fünfziger Jahre in sich trug und als stachelige Gemütsperson Jung und Alt begeisterte, stellte seine Abenteuer (auf den Buchumschlägen der Meckibücher) als von ihm selbst geschrieben dar.

 

 

 

 

Ich hoffe, dass kein Zweifel daran besteht, dass Håkon Nesser und Henning Mankell jene Krimis, die unter ihrem Namen veröffentlicht wurden (und werden), selbst „fabriziert“ haben.

In den vergangenen Jahren bin ich zu einem begeisterten „Krimifan“ mutiert. Schluss mit „Liebesmärchen und Mädchengeschichten“. In meiner (kargen) Freizeit lese ich Kriminalromane und „zur Abwechslung “

… schaue ich mir Kriminalfilme im Fernsehen an. Meine absoluten Favoriten sind die „Nordlichter“ Nesser und Mankell (er wurde im deutschsprachigen Raum durch seine Kriminalroman-Serie über Kurt Wallander bekannt).

Hakon Nesser gilt, neben Henning Mankell als einer der besten Krimiautoren Schwedens. Sein Roman Kim Novak badede aldrig i Genesarets sjö (Kim Novak badete nie im See von Genezareth) von 1998 wurde 2005 verfilmt und ist vielerorts zur Schullektüre geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kim_Novak_badete_nie_im_See_von_Genezareth

Es gibt dazu eine Audio-CD von „Brigitte-Hörbuch-Edition“ auf der Dietmar Bär (deutscher Schauspieler), Nessers erzählerische Raffinesse virtuos bis zum letzten Satz auskostet. Er liest die Geschichte einer großen, ungewöhnlichen Liebe und einer tödlichen Verstrickung mit atemloser Stimme und Intensität.

http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=260116

Nessers „Van-Veeteren-Krimi-Reihe“ wurde ebenfalls verfilmt und auch in Deutschland (und Österreich) ausgestrahlt.

Zurück in die Zukunft – Entwicklungslinien

Dazu der passende Film:

 

Eine „Biografie“ (aus dem Griechischen kommend) ist die Lebensbeschreibung einer Person. Sie ist die mündliche oder schriftliche Präsentation des Lebenslaufes eines (anderen) Menschen. Ein Sonderfall der Biografie ist die „Autobiografie“. Diese schreibt (oder schrieb) der Betreffende (großteils) selbst. Er ist somit der Autor seiner eigenen Lebenserfahrungen. Ziel ist, dass vom Leben eines Menschen eine Spur übrig bleibt, die die Nachkommenden darüber informiert, was war und was geschehen ist.

Den (eigenen) Lebenslauf, oder Teile daraus, zu beschreiben ist auch Sinnkonstruktion. Dies führt weiter zur Frage nach dem subjektiv gemeinten und dem objektiv stattgefundenen Leben. Jeder Mensch entwirft seine eigene Biografie immer im Zusammenhang mit unterschiedlichen Lebenssituationen und so sind Biografien ein wichtiges Instrument der Erinnerung – z.B. in Bezug auf die eigenen medialen Vorlieben und Schwerpunkte in frühen Jugendtagen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biografie

Wenn man diese Erinnerungen zu einem „großen Ganzen“ zusammensetzt, kann man einen Bogen spannen von der frühkindlichen Mediennutzung bis zu einem sehr bewussten, erwachsenen Umgang mit der eigenen Medienwelt. Durch die Präsentation (Weblog) dieser Dinge ergibt sich eine autobiografische Selbstbetrachtung, die als Spiegelbild der eigenen Vergangenheit auf uns (zurück-) reflektiert (wird).

In den folgenden Postings möchte ich dazu Stellung nehmen, was (in mir) von Gulla, Taummännlein, Baby-Sitter Boogie, Winnetou und Schundheftchen (übrig) geblieben ist. Wie haben mich diese Dinge geprägt und in Bezug auf meine mediale Weiterentwicklung beeinflusst?  War das alles positiv oder doch eher negativ, hat es mich „voran“ gebracht, hat es „nur“ Spaß gemacht oder hat es mich auch nachhaltig beeinflusst und festgelegt? War es (langfristig) wichtig, oder nur (irgend) ein Teil meines Lebens? Was lese, sehe, bearbeite und konsumiere ich (in Bezug auf Medien) heute?

So gehen wir gemeinsam auf eine Zeitreise „zurück in meine mediale Zukunft,

 

2a.) Der Blog lebt

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„Der Blog lebt“

 „Ein Weblog ist etwas Lebendiges“, meinte ein Unentwegter (Helmut K. –  Mitstudierender in MSP09 an der DUK). Womit er Recht behalten sollte.

Ich glaube, dass er ausdrücken wollte, dass man im Laufe der Zeit an den „vergangenen“ und „zukünftigen“ Postings im medienbiografischen Weblog arbeiten kann und soll. Somit würde die Auseinandersetzung mit der eigenen medialen Vergangenheit nie zur Ruhe kommen und man könnte sein „Schwelgen in Erinnerungen“, sozusagen (fast) bis in alle Ewigkeit ausdehnen.

Für mich hat sich inzwischen aber eine neue Qualität der Lebendigkeit meines Blogs ergeben, wobei ich in dieser Form nicht damit gerechnet hatte.

Mein Blog „lebt“ tatsächlich, aber nicht nur durch mich, indem ich ihn ergänze und ausbaue, sondern vor allem dadurch, dass andere Menschen sich in Form von Kommentaren eingebracht haben und (hoffentlich) noch einbringen werden. Diese Form des Lebendigen übersteigt bei Weitem das, was ich selbst an neuen Gedanken und Ideen zuwege bringen könnte, denn wie schon Henry Jenkins zur „Convergence Culture“ feststellte, sollte der Weg  in Richtung einer aktiven, partizipativen Auseinandersetzung mit Medien gehen. Eine Öffnung im Sinne einer möglichst großen Vielfalt der Herangehensweisen bietet allen Mediennutzern die Möglichkeit schöpferisch und selbsttätig mit neuen Medien umzugehen, um eigenständig und kreativ in einem gemeinsamen Prozess anhand der Nutzung unterschiedlichster Medien, ein neues, wertvolles „Produkt“ zu schaffen. Auf diese Weise entsteht eine globale Medienkultur, die ihren Usern ermöglicht, sich selbst und anderen zu nützen, im Rahmen der Erschaffung einer neuen, kollektiven Medienintelligenz, denn …

 „None of us can know everything; each of us knows something; and we can put the pieces together if we pool our resources and combine our skills. Collective intelligence can be seen as an alternative source of media power. We are learning how to use that power through our day-to-day interactions within convergence culture.”

 (Jenkins, Henry (2006): Convergence Culture. Where old and new media collide. New York University Press, New York and London, S. 4).

Somit möchte ich an dieser Stelle den Medienbegleitern aus meiner Vergangenheit danken, dass sie sich mit mir gemeinsam zurückerinnern und die Gedanken und Gefühle unserer (gemeinsamen) Kindheit und Jugend aufleben lassen. Egal ob sie gut oder schlecht, traurig oder lustig, belastend oder aufbauend sind, sie sind ein Teil von uns und werden es immer bleiben, solange wir uns erinnern können. Genauso positiv und interessant ist es zu lesen, wie jüngere Mediennutzer mit dem umgehen, was ich aus meiner „Erinnerungskiste gekramt“ habe. Erscheint ihnen auch manches fremd, veraltet, kitschig und ungewöhnlich, ist es doch so, dass erst der Vergleich (die vergleichende Schilderung) die Schnelllebigkeit der modernen Medienwelt nachvollziehbar macht.

So „hauchen“ wir gemeinsam Sielas medienbiografischem Blog Leben ein, denn …

„Für das Lebendige ist kein Ersatz.“ (Novalis, Briefe)