Fotografin

A great photograph is one that fully expresses what one feels, in the deepest sense, about what is being photographed.

(Ansel Adams and John P. Schaefer – The Ansel Adams Guide: Basic Techniques of Photography)

  

 

 

 

Das Wort Fotografie leitet sich ab aus altgriechisch “photos” – Licht der Himmelskörper, und „graphein“ – zeichnen, malen, schreiben. Prinzipiell wird mit Hilfe eines optischen Systems, dem Objektiv, fotografiert. Dieses wirft das von einem Objekt ausgesendete oder reflektierte Licht auf die lichtempfindliche Schicht einer Fotoplatte, eines Films oder auf einen fotoelektrischen Wandler, einen Bildsensor.

Schon bevor ich geboren wurde, war mein Vater ein passionierter Hobbyfotograf. Mit seiner Faltbalgen-Kamera Beier Precisa aus dem Jahr 1952 bannte er das Leben seiner Familienmitglieder, seiner Freunde und Arbeitskollegen auf Schwarz-Weiß-Fotos, die er im eigenen (selbst gebauten) Fotolabor entwickelte.

So ergab es sich auch für mich, dass ich schon als kleines Mädchen in der engen, mit allen Entwicklergeräten ausgestatteten Dunkelkammer dabei war, wenn sich auf dem in der Entwicklerflüssigkeit schwimmenden Fotopapier, erste Schemen des neu entstehenden Bildes zeigten. Ich durfte mit Hilfe zangenartiger Plastik- und Metallklammern das Papier im Fotobad sanft schwenken, um dann die fertigen Fotos zum Trocknen auf eine Leine zu klammern.

Ebenso mühsam, hier musste auch meine Mutter mithelfen, war es, unsere unzähligen Dias „einzuglasen“, um sie irgendwann der ganzen Verwandtschaft in langen Diaabenden, mit den dafür vorgesehenen Projektoren, vorzuführen. Ich habe im Zusammenhang damit schon sehr früh begonnen auch selbst zu fotografieren, und die Freude am Genre der Kunstfotografie und künstlerischen Bildbearbeitung ist mir bis heute erhalten geblieben.

Wurde in meiner Familie vorerst mit Begeisterung fotografiert, ging es in den 1960er Jahren darum mit Hingabe zu filmen. 1965 brachte Kodak das Filmformat „Super-8“ auf den Markt und setzte damit einen neuen Standard in der Amateurfilmtechnik.

Unabhängig davon beschäftige ich mich heute zunehmend mit der Erstellung von Machinimas, das sind kleine Filme, die mit Hilfe von Game-Engines mit dem Computer produziert werden (siehe eingefügtes Video – Persiflage zur Rolle des weiblichen Avatars in MMORPGs mit dem Titel „Shunting – Shopping and Hunting“, Hauptdarstellerin: Laale, mein Avatar im Online-Rollenspiel „Runes of Magic“ unter www.msp-gilde.at). Der Grundstein für dieses Interesse wurde bei mir in frühen Kindheitstagen gelegt.

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2 Kommentare zu “Fotografin

  1. Hallo Siela1!

    Habe jetzt endlich mal Zeit, mich durch deinen Blog zu schmökern! Was ich da alles über dich und deine Vergangenheit erfahre, ist wirklich interessant für mich – wieder ein Puzzleteil mehr im Bild, welches ich in meinem Kopf von dir habe! Wenn ich so lese, womit du dich zur Zeit beschäftigst, dann merke ich wieder einmal, wie weit ich in meinem derzeitigen Lebensabschnitt von den „hyper“-moderen Medien entfernt bin – hatte jetzt sogar schon mal Probleme, ein E-mail zu versenden. Man vergisst so schnell, wie die Computerwelt funktioniert (verliert mein Gehirn Strukturen!?) – das war für mich vor ein paar Jahren noch unvorstellbar, aber es ist wirklich so.

    Erinnere mich bei deinen Beschreibungen, vor allem, was Laale betrifft, noch an den Besuch bei dir, als du mir deine Figur und ihre Welt zeigtest – hab darüber noch einige Male nachgedacht. Kann mir gut vorstellen, dass der Einstieg in diese virtuelle Welt in dir selbst, in deinem eigenen Gehirn eine ganz neues paralleles Universum entstehen lässt – es erscheint alles so real, obwohl man seinen Allerwertesten bei all diesen Erlebnissen keinen Zentimeter vom Sessel hebt! Irgendwie Wahnsinn, irgendwie toll! Ich sehe darin neben der Gefahr, die überall diskutiert wird (und keineswegs abzustreiten ist, in dem Falle, in dem „reale“ soziale Beziehunge zu Bruch gehen – hier sei allerdings auch wieder angemerkt: Wie oft merkt man, dass eine Beziehung, von der man dachte, sie sei real, sprich existent, plötzlich zu Bruch geht und nichts an Realität davon überbleibt), auch eine phantasievolle Möglichkeit, sich eine ganz eigene Welt zu schaffen, die Freude und Spannung bringen kann. Hier muss ich (wie wir zwei wohl immer wieder in unseren Gesprächen) einfach konstruktivistische Gedanken spielen lassen: Was ist denn schon real und was nicht? Wer kann behaupten, dass die „herkömmliche“ reale Welt die bessere oder die realere ist als jene, die wir in unserem Gehirn aufgrund von Erlebnissen virtueller Natur aufbauen (Wenn es danach ginge, dann müsssten wohl auch Bücher verdammt werden, denn was anderes passiert da ja auch nicht, und meine sozialen Beziehungen pflege ich während des Lesens auch nicht – allerdings muss ich da halt noch kreativer sein und mir selbst überlegen, wie Figuren und deren Umgebung wohl beschaffen sein werden.)? Da muss ich auch immer kurz schmunzeln, wenn von gewissen Fachleuten der Finger erhoben wird und konstatiert wird, dass der Umgang mit dem Computer die Struktur unseres Gehirnes beeinflusst – „na no na net“ – vergessen wird immer, den zweiten Teil des Satzes auch anzuführen: Prinzipiell formt doch alles, was auf irgendeine Art und Weise den Weg in unser Gehirn findet bzw sogar das, was im Gehirn selbst abläuft, die Struktur unseres Gehirnes – das Gehirn ist so gesehen das einzige Organ, das sich selbst formt. So wird es wohl – um ein krasses Gegenbeispiel anzuführen – ebenso formend für unser Gehirn wirken, wenn jemand zB ohne PC aufwächst, den Acker umgräbt, Kartoffeln setzt und erntet, die Katze streichelt und am Abend in den Sternenhimmel sieht.

    Hmmmm …. ich hoff‘, Siela, du kannst meinen krausen Gedanken, die einem Hirn abgerungen wurden, welches durch Stillhormone verändert ist, zumindest teilweise was abgewinnen – vieleicht, darauf hoffe ich, haben unsere Gehirne in gewissen Teilarealen ähnliche Schaltstellen, an die „angedockt“ werden kann – denn dies ist der einzige Weg, um ansatzweises „Verstehen“ der Mitteilungen unseres Gegenübers zu ermöglichen.

    Ja, nun allerdings noch kurz zur Fotografie: Auch mich begeistert dieses Medium – besonders faszinierend finde ich den Umstand, dass mit einer Momentaufnahme, die man sich dann mit Hilfe einer Fotografie im Nachhinein vor Augen führt, oft nochmals völlig neue Aspekte der Situation erkannt werden können – Teile der Wirklichkeit, die das Auge oder zumindest das Bewusstsein in der Situation gar nicht erfassen konnten. So gewinnen Situationen oft erst im Nachhinein eine spezielle Bedeutung, wobei sich diese verstärken oder auch verändern kann (was oft erst auch durch später folgende Ereignisse geschieht). – So mag einem dann das auf dem Foto zu Erkennende oft auch fremd oder eigenartig erscheinen oder aber auch ganz neue, bei der Fotoproduktion gar nicht beabsichtigte Erkenntnisse bringen.

    Tja …… Siela, jetzt muss ich mich allerdings um die Medienauswahl zur Freizeitgestaltung meiner kleinen Chefs kümmern – Buch oder Video (übrigens steht gerade Pippi hoch im Kurs – das kennst du ja sicherlich auch aus deinen Kindertagen – eine wirklich starke Mädchengestalt – toll!)

    Ich wünsch dir alles Liebe
    marmar

  2. Hallo marmar (faszinierend – ich habe nie darüber nachgedacht, welch wunderbarer „nickname“ sich aus den Anfangsbuchstaben deines Vor- und Nachnamens konstruieren lässt – was plage ich mich da mit Laale, Siela usw.? Ich hoffe, ich vergesse angesichts all meiner Pseudonyme nicht eines Tages wie ich wirklich heiße.)!

    Du hast Recht mit deinen Gedanken zur Polarität der realen und virtuellen Welt(en). Was ist schon real und was irreal? Die Wirklichkeit ist tatsächlich in unseren Köpfen und es gibt keine absoluten Wahrheiten. So bewährt sich auch im (mehr oder weniger moderaten) Umgang mit den so genannten Neuen Medien der von Moritz Heimann geäußerte Ausspruch: „Die Wahrheit liegt tatsächlich zwischen zwei Extremen, aber nie in der Mitte.“

    Vergiss bitte nicht, dass das, was deine Kleinen heute (medial) konsumieren, sie ein Leben lang (tief drinnen im Herzen) begleiten wird. Welche Medien sie auch nutzen und benutzen werden, die Erinnerung bleibt … und das ist gut so!

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, ich freue mich auf ein (baldiges) Wiedershen, Siela

    P.S.: Ganz besonders liebe Grüße an deine drei Süßen.

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